>

ISB-News

16.01.2017 Effektive Transferpolitik durch modernes Profiling


Topakteure unserer digitalen Gesellschaft lassen uns Unentdecktes finden und erleichtern den Zugang zu vorher schwer auffindbaren Informationen. Einem Sportdirektor/Manager auf der Suche nach der vom Trainer geforderten Verstärkung jedoch können Google, Amazon oder Instagram nicht helfen, genausowenig wie der Polizei auf der Suche nach dem unbekannten Straftäter.
Wie kann ein Verein schlauer als Google sein? Wie könnte ein Profiling für Fußballer aussehen? Die ISB-Positionssuche oder "Wunschspieler-Suche" hilft bei der Fallanalyse und gibt einfache Antworten auf schwierige Fragen.

Wo die Polizei in komplizierten Fällen Spezialisten, sog. Fallanalytiker oder Profiler, engagiert, um anhand von Indizien ein Verhaltensmuster zu erkennen und so den Ermittlungen eine Struktur geben zu können, vertrauen viele Profiklubs unbewußt eher dem "Gesetz der großen Zahlen", dh. sie wiederholen ein Zufallsexperiment immer wieder, in der Hoffnung irgendwann einen "Treffer" zu landen.

Dieses Spiel wiederholt sich in jeder Transferperiode von Neuem, nicht nur beim Spielerkader, sondern auch bei Trainer und sogar Manager. Kontinuität heißt das Zauberwort, von dem fast alle reden, nachdem jedoch nur wenige handeln. Nicht, weil sie es nicht wollten, sondern weil der Markt ihnen immer wieder Streiche spielt. Ein Teufelskreis, dessen Ursprung eine fehlende Such-Struktur ist.
Wie findet man etwas, ohne zu wissen, nach was wirklich gesucht wird?

Amazons Hinweis auf das, was "anderen Kunden gefallen" hat, bringt einen Profiklub nicht weiter, auch nicht Googles Rechtschreibkorrektur.
Wie die Kriminalpolizei sammelt der findige Manager Indizien, um dem "gesuchten Mann" auf die Spur zu kommen.
Wie sehen solche möglichen Indizien aus?

- Spielstil der eigenen Mannschaft:
Oft als "Philosophie" überbewertet, geht es darum, wie ein Trainer seine Mannschaft zum Erfolg bringen will.
Das Spiel dominieren, selbst machen oder abwarten und auf Fehler des Gegners lauern? Ballbesitz oder Konter? Offensiv oder defensiv?

Und dann wie? Offensiv mit kurzen Pässen durch die Mitte oder mit konsequentem Flügelspiel und Flanken von der Grundlinie?
Defensiv mit gedanklich schnellen "Umschaltspielern" und sprintstarken Konterstürmern oder mit Mauertaktik auf das Glück bei Standardsituationen mit Freistoßspezialisten und kopfballstarken Spielern setzen?
Jeder Spielstil erfordert unterschiedliches Personal. Das Tor steht immer in der Mitte, aber Stürmer ist nicht gleich Stürmer.
Sich darüber Gedanken zu machen, liefert erste wichtige Hinweise.

- Persönliche Daten, zb. Alter, Größe und Herkunft des Spielers:
Abhängig vom Spielstil und der Altersstruktur der eigenen Mannschaft, ergeben sich weitere Indizien zur Eingrenzung.

Junge Spieler können eine dynamische, von viel Laufarbeit geprägte Spielweise besser umsetzen als ältere. Die Regenerationszeit ist kürzer, die allgemeine Belastungsfähigkeit besser. Ältere Spieler hingegen treffen aufgrund der größeren Erfahrung oft bessere Entscheidungen, sie geraten nicht so schnell in Panik und ihre Fehlerquote ist geringer.
Ein kopfballstarker Mittelstürmer über 190cm passt als Abnehmer für Flanken eher als ein dribbelstarker, kleiner Stürmer. Und wie homogen oder bunt gemischt sollte ein Kader in Bezug auf Größe überhaupt sein? Im Durchschnitt eher groß, um in der Luft nicht unterlegen zu sein, oder eher klein und wendig, um Vorteile am Boden zu haben?

Weitere Hinweise für ein Spielerprofil liefert auch sein bisheriger Werdegang. Aus welcher Region stammt er, in welcher Jugendabteilung spielte er? Hat er schon sehr früh oft den Verein gewechselt? War er schon als Jugendlicher im Ausland? Wurde er für Junioren-Nationalteams seines Landes nominiert?
Viele kleine Details, die in der Summe sehr viel aussagen können. Ein in Skandinavien geborener Serbe, der in seiner Jugend für 4 verschiedene Teams spielte und bereits mit 16 ins Ausland wechselte, ist sportlich anders sozialisiert als ein "vor der Haustür" aufgewachsener Jugendspieler, der mit 14 von seinem kleinen Heimatklub zum lokalen Topteam gewechselt ist.

- Spielerposition:
Sucht der Trainer einen Innenverteidiger oder einen zentralen, defensiven Mittelfeldspieler oder einen, der beide Positionen spielen kann?

Jeder Spieler hat eine "Hauptposition", die seinen Fähigkeiten und seinem "Fußball-Charakter" am meisten entspricht. Je höher das Spielniveau, desto mehr setzen sich echte Spezialisten gegen Vielseitige durch. Wo Details wichtig werden und letzte Prozentpunkte entscheiden, haben "auf einer Position geborene" Spieler Vorteile.

Die Fähigkeiten, nach denen Spieler letztlich beurteilt werden, haben sich auch nur so entwickelt, je nachdem auf welcher Position ein Spieler oft eingesetzt wurde. Mittelfeldspieler sind ausdauerstark und spielintelligent, echte Stürmer wollen nur Tore schießen und fühlen sich im eigenen Strafraum unwohl, gelernte Verteidiger sind zweikampfstark und verhindern mit allen Mitteln den Torschuß. Und alle geben nie auf bei dem, was sie besonders gut können.

Soll es nun ein Spieler sein, der eine ganz gute Ausdauer hat und zwar Zweikämpfe gewinnt, aber halt nicht jeden? Oder doch der Abwehrspezialist, der den Laden allein zusammenhält und sich in jeden Schuß wirft, weil er das lieber tut als lang und viel zu laufen?

- Aktuelle Leistungen:
Ist der potentielle Neuzugang Stammspieler bei seinem derzeitigen Klub? Wie groß ist sein Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg seines Teams?
Wie oft steht er bei Siegen auf dem Platz, wird er bei Auswärtsspielen oft ausgewechselt oder wieviele "erste Tore" erzielt ein Stürmer? War er bei seinen bisherigen Teams immer Stammspieler oder überall nur Ersatz? Ist seine Siegquote in niedrigeren Ligen höher als auf Toplevel? Vertraut der Trainer ihm in "schweren" Spielen gegen starke Gegner?

Um die von allen erwünschten "Siegertypen" zu finden, lohnt sich der Blick auf solche Details und zwischen den Zeilen zu lesen. Oberflächliche Statistiken können einen Anstoss ergeben, aber führen nicht zum Ergebnis. Dazu ist mehr erforderlich, viele weitere Hinweise, die sich am Ende zu einem logisch erscheinenden Gesamtbild zusammenfügen.

Die Entscheidung, was genau ein Verein will, muss selbst getroffen werden. Das dann zu finden, dabei hilft ISB mit seinen vielfältigen Suchoptionen, mit seinem Datenradar, das genau auf jene Indizien zeigt, die man braucht, um ein Profil zu schärfen.
ISB und seine fußballspezifische Suche hilft wie ein Profiler, Transferpolitik effektiv zu gestalten. Zufall war gestern.


» zurück
Phone: +49 (0) 9602 918 268  |  Fax: + 49 (0) 9602 918 438  |  E-Mail: info@isb-data.com  |  Kontakt  |  Impressum
© Copyright 2011 by ISB-Data - International Soccer Bank